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Gedanken zur Sternsingeraktion 2021 zum 1. Sonntag im Jahreskreis - 10.01.2021

von Pastor Joachim Köhler

Eigentlich sind wir noch im September / Oktober davon ausgegangen, dass auch 2021 Kinder als Sternsinger gekleidet durch die Straßen unserer Gemeinden gehen, um den Segen Gottes zu den Menschen zu bringen und für Kinder in Not zu sammeln. Im November wurde dann aber immer deutlicher, dass wegen der steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie dieses Vorhaben für uns nicht umzusetzen ist. So hatten wir entschieden, dass in den Gottesdiensten vor und nach dem Fest "Heilige Dreikönige" Sternsinger unsere Gottesdienste mitgestalten. Sie sollten den Messdienerdienst übernehmen, den Sternsingersegen in der Kirche sprechen und am Ende der Gottesdienste an den Ausgängen für Kinder in Not sammeln. Am Samstag vor dem 4. Advent wurden dann - wie Sie wissen - alle Gottesdienste bis mindestens einschließlich 10. Januar abgesagt. Das heißt: auch die Gottesdienste, in denen die Sternsinger mitmachen wollten, waren von dieser Absage betroffen.

Trotzdem soll die Aktion bei uns nicht einfach unter den Tisch fallen. Darum liegen die Segensaufkleber in unseren Kirchen aus. Sie können sich gerne dort welche abholen. Dort haben Sie dann auch die Möglichkeit, eine Spende für die Sternsingeraktion abzugeben. Denn die Not, in der überall auf der Welt Kinder leben, ist ja durch die Corona-Pandemie nicht einfach weg. Ganz im Gegenteil! Darum möchte ich diesen Impuls nutzen, um auf unsere (fast ausgefallene) Aktion der Sternsinger hinzuweisen.

Die Sternsinger machen in diesem Jahr auf ein Land aufmerksam, das gar nicht so weit entfernt von uns liegt. Es ist sogar so nah, dass jedes Jahr viele Menschen von dort zu uns nach Deutschland und in andere Länder Europas kommen, um zu arbeiten. Es ist die Ukraine, eines der ärmsten Länder auf dem europäischen Kontinent.

Normalerweise sind im Sommer viele der Männer und Frauen, die auf unseren Feldern Spargel, Erdbeeren oder Salat ernten, Ukrainerinnen und Ukrainer. In diesem Jahr war das jedoch anders. Durch die Corona-Pandemie war zur Erntezeit keine Einreise bei uns erlaubt. Aber auch in anderen Bereichen, wie auf dem Bau, in der Fleischverarbeitung oder in der Pflege alter und kranker Menschen arbeiten Menschen aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern. Sie verlassen ihre Heimat – oft für viele Monate –, um Geld zu verdienen. Viele arbeiten hart und unter unfairen Bedingungen. Die Erinnerung daran, als im vergangenen Sommer das ganze Ausmaß dieser Ausbeutung vor allem in der Fleischindustrie offenkundig wurde, ist noch sehr lebendig.

Für die Kinder dieser Menschen bedeutet das, auf Vater oder Mutter verzichten zu müssen, manchmal sogar auf beide Elternteile, wenn beide im Ausland arbeiten.

Auf die Not dieser Kinder und Familien will die Sternsingeraktion in diesem Jahr besonders aufmerksam machen. Die Sternsinger erinnern daran, wie wichtig die Liebe innerhalb einer Familie für jeden Menschen ist. Auch der Sohn Gottes ist ja nicht einfach vom Himmel gefallen. Auch er wuchs auf in einer Familie.

Aber nicht alle Kinder haben das Glück, in der Geborgenheit einer liebenden Familie groß zu werden. Nicht alle Kinder haben das Glück, dass die Eltern immer da sind. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nach unseren Möglichkeiten dafür einsetzen, dass kein Kind allein sein muss.

 

Damit dies in unserer Welt immer mehr Wirklichkeit wird, setzen sich die Sternsinger für Kinder in Not ein. Unter dem Motto „Kindern Halt geben. In der Ukraine und weltweit“ machen sie uns auf die Kinder in der Ukraine und überall auf der Welt aufmerksam, die Hilfe brauchen. Mit den Spenden, die zusammenkommen, können Projekte unterstützt werden, die sich um Kinder kümmern, deren Eltern im Ausland arbeiten müssen, um überleben zu können. Dort treffen die Kinder ihre Freunde, sie spielen, kochen, essen und machen gemeinsam Hausaufgaben. Und es sind immer genügend Erwachsene da, die sich um die Kinder kümmern. Das ist die eine Aufgabe der Sternsingeraktion: die Solidarität mit den Armen.

Die andere Aufgabe ist: den Menschen den Segen Gottes zu bringen. Segen bedeutet: das gute Wort einem anderen zuzusagen. Segen hilft, dass sich etwas entfalten kann, Kraft und Mut zum Handeln erhält, stark wird, Selbstvertrauen gewinnt und Frucht bringen kann. Der Segen ist kein Zauberspruch: Nichts wird automatisch gut, weil es gesegnet ist. Aber der Segen kann uns helfen, etwas zum Guten zu wenden.

Wenn wir in diesem Jahr den Sternsingersegen (in Form des Segensaufklebers) aus den Kirchen mit nach Hause nehmen, ihn vielleicht weitergeben an den Nachbarn oder einen anderen Menschen, der uns wichtig ist, dann bringen wir dieses gute Wort Gottes zu den Menschen. Dadurch wird nicht alles Unglück von unseren Wohnungen und Häusern abgewendet. Aber immer, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner durch die Tür eintreten, werden sie durch die Buchstaben C + M + B daran erinnert, dass Christus sie gesegnet hat, und dass Gott, was immer auch geschieht, bei ihnen ist, weil er sie liebt.

Mit diesem guten Wort auf den Lippen können wir einander begegnen und durch unsere Spende werden wir zum Segen für Kinder in Not. So können wir in diesem Jahr alle zu Sternsingern werden - auch wenn wir keine Kronen tragen. Wir zeigen damit, dass wir alle Kinder des einen Vaters sind - und als solche einander Halt zu geben vermögen.

 

   

 

Wenn Sie die Sternsingeraktion unterstützen möchten, können Sie Ihre Spende auch überweisen oder aber auch selbst zum Sternsinger werden :

Spendenkonto der Pfarrei St. Elisabeth:

Kontoinhaber:                  Kath. Pfarrei St. Elisabeth

IBAN:                              DE18 4726 0307 0038 4702 01

BIC:                                GENODEM1BKC

Bank:                              Bank für Kirche und Caritas

Verwendungszweck:         Sternsingeraktion 2021